Die Kirche wäre nicht in der Situation in der sie heute ist, wäre sie von Anfang an dem Beispiel von Jesus Christus gefolgt.
Das Thomas-Evangelium beginnt mit den Worten: "Du findest mich unter jedem Stein ..." - Gemeint ist, dass Jesus Christus, mit seinem beispielhaften Leben, überall um uns herum ist, weswegen sich auch Glauben nicht über eine Institution oder anderweitig Vorgeschriebenes definiert.
Dieses beispielhafte Leben gilt es zu Leben, eigenständig alleine und in der Gemeinschaft Kirche (Spenden, Kollekte). Aber auch die Institution Kirche ist verpflichtet dieses beispielhafte Leben zu leben: Die Diözese Graz-Seckau beispielsweise ist in Graz der größte Immobilieninhaber - Natürlich tut die Caritas, der "soziale Arm" der Kirche etwas für die Armen, aber beispielsweise das Problem der Obdachlosen ist dennoch nicht gelöst.
Als größter Immobilieninhaber kommt es aber auf ein Haus nicht an. Warum gibt die Kirche dann nicht Obdachlosen die Chance, dass sie in einem ihrer Häuser unterkommen? Weil es finanziell nicht einträglich wäre? Weil Obdachlose eh keine Chance haben, und keine Menschen sind, die eine Zukunft haben?
Alles Blabla! Ich habe einen Obdachlosen kennengelernt, der den Weg - mit Unterstützung - zurück geschafft hat, weil man ihm die Möglichkeit gegeben hat, ein Vermieter ihm die Möglichkeit gegeben hat! Aber natürlich ist es leichter, einen Obdachlosen in ein betreutes Wohnheim (Arche 38, VinziDorf/Nest) zu stecken und dort - im wahrsten Sinne des Wortes - "vergammeln" zu lassen...
Worauf ich hinaus will, anhand dieses, einen Beispiels!
Die Kirche hätte - wenn sie dem Beispiel ihres Gründers gefolgt wäre - eine Institution werden können, die in den Herzen der Menschen verankert ist, als Institution, die sich um die Not der Menschen annimmt, seelisch und körperlich. Stattdessen ging es alsbald um Macht, welche sich im Kirchenstaat, der Inquisition, der Gegenreformation, den Jesuiten bis hin zu den Milliarden auf dem Bankkonto der Kirche von heute, offenbart und realisiert.
Einfach lässt sich das Problem zusammenfassen in der Tatsache, dass es "2 Kirchen" gibt, die gelebte, Gemeinschaft Kirche, die von (manchen) Priestern, Ordensleuten, Laien und Gläubigen getragen wird, und die Institution Kirche, die von Kardinälen, Bischöfen, Erzbischöfen, gehobenen Laien, hochrangigen Ordensleuten und vielen Priestern getragen wird, in der es um Macht, Geld und Besitz geht.
Solange es diese Diskrepanz, diese 2 Welten in der Kirche gibt, hat die Kirche keine realistische Zukunft. Sie muss sich entscheiden, jetzt und mit den Konsequenzen leben...
Wenn sie sich entscheidet, eine Kirche der Menschen zu werden, wird sie die Herzen der Menschen gewinnen und eine Zukunft haben, die die Welt verändert und verbessert - dies kann sie über ernstgemeinte, öffentlich soziale Projekte, durch Leben in Armut erreichen. Auch damit würde sie eine Macht gewinnen, aber eine andere, als die, nach der sie strebte und immer noch strebt!
Wenn sie allerdings eine Kirche bleibt, wie sie heute eine ist, sehe ich keine Zukunft mehr für sie, aber unglücklicherweise auch für uns keine. Weil wir ohne Glauben, nicht die Zukunft meistern können, weil uns eben nichts reglementiert, keine molarischen Werte unser Handeln beeinflussen und wir damit einfach weiter den Planeten zerstören, uns gegenseitig umbringen und die Zukunft unserer Kinder zerstören.
Wie gesagt - es liegt an der Kirche sich zu entscheiden...
Jeder Mensch ist eingeladen, "auf Christus zu schauen": Was hat er mir und unserer Gesellschaft zu sagen?